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Als sie den schönen Mädchenkopf erblickten, zu dem das lange Haar gehörte, freuten sie sich des Anblicks und flüsterten einander zu: "Eine Hollendirn!"

Einer der Burschen aber legte übermütig die Haare auf seine Sense und kürzte sie durch eienn raschen Schnitt. Darauf erwachte die Jungfrau und stieß einen solchen Schreckensruf aus, dass die Männer einander betroffen anblickten. Dann aber richtete sie sich auf , verhüllte ihr Gesicht mit den Händen und schritt zur Tür hinaus. Sie wandte sich dem Berge zu, woher sie mit ihren Schwestern in der Nacht gekommen war.

Seit dieser Zeit aber waren die Hollendirnen
verschwunden.

Südtirol

 
Der Hirt und die Fee


Einst lebte am Ufer des Zierreiner Sees eine wunderschöne Fee. Sie wohnte in einer Höhle tief im Berg, kümmerte sich um die Gämsen und Steinböcke und war sehr scheu. Nur wenige wussten von ihr und dem Geheimnis des Sees, in dessen Tiefe sich ein gewaltiger Schatz befand. Manchmal gelang es einem Glücklichen, einen kleinen Teil des Goldes zu bergen. Doch er freute sich nicht lange daran, denn in der Nähe des Sees wohnte ein gefährlicher Drache. Er lauerte den Goldsuchern auf, schleppte sie in seine Höhle, raubte sie aus und fraß sie schließlich auf. Eines Morgens vernahm der Drache den Gesang der Fee und verliebte sich in sie. Heimlich beobachtete er sie nun so oft es ging, ohne dass sie es bemerkte.
Im Sommer dieses Jahres kam ein Hirte, dessen Kalb sich verlaufen hatte, in die Nähe des Sees. Als die Fee zu singen begann, schlich der junge Mann zu ihrem Versteck, erblickte ihre anmutige Gestalt und verliebte sich in sie. Verzaubert von ihrem Gesang zog er seine Hirtenflöte hervor und begleitete sie mit seiner Musik.

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